Nicht die Raupe selbst ist das Problem, sondern ihre Brennhaare. Sie enthalten das Eiweißgift Thaumetopoein, brechen leicht ab und werden vom Wind über größere Strecken getragen. Schon ohne direkten Kontakt mit der Raupe können so Beschwerden entstehen.
Wichtiger Hinweis: Diese Seite ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei stärkeren oder anhaltenden Beschwerden wende dich an Arzt, Apotheke oder den ärztlichen Bereitschaftsdienst. Bei Atemnot, Kreislaufproblemen oder Schwellungen im Gesicht- und Halsbereich gilt der Notruf 112.
Welche Symptome können auftreten?
- Haut (Raupendermatitis): juckender, brennender Hautausschlag mit Quaddeln oder Rötung, oft an unbedeckten Stellen wie Hals, Nacken und Armen.
- Augen: Rötung, Tränen, Brennen, Fremdkörpergefühl, bei stärkerem Kontakt auch Bindehautentzündung.
- Atemwege: Reizhusten, Halskratzen, Atemwegsreizung, in seltenen Fällen Atemnot.
- Allgemein: selten Schwindel, Fieber oder allergische Reaktionen bis hin zum Kreislaufschock.
Die Beschwerden treten oft erst Stunden nach dem Kontakt auf und können einige Tage anhalten.
Erste Hilfe nach Kontakt
- Bereich verlassen und nicht reiben oder kratzen, das verteilt die Haare weiter.
- Kleidung wechseln und die getragene Kleidung getrennt und heiß waschen. Auch Schuhe nicht vergessen.
- Gründlich duschen und die Haare auswaschen.
- Augen bei Reizung vorsichtig mit klarem Wasser ausspülen, Kontaktlinsen entfernen.
- Bei Hautjucken können kühlende Umschläge und in Absprache mit der Apotheke ein Antihistaminikum oder eine juckreizstillende Creme helfen.
Wann zum Arzt?
- Bei starkem oder großflächigem Ausschlag, der sich nicht bessert.
- Bei anhaltender Augenreizung oder Sehbeschwerden (Augenarzt).
- Bei Atembeschwerden, Engegefühl im Hals oder Schwellungen: sofort 112.
- Bei bekannter Allergieneigung im Zweifel früher ärztlichen Rat einholen.
Gefahr für Hunde und andere Tiere
Auch Hunde können betroffen sein, vor allem an Schnauze, Maul und Zunge, wenn sie an Raupen oder Nestern schnüffeln. Anzeichen sind starker Speichelfluss, Schwellungen im Maul und Unruhe. Halte Hunde von befallenen Eichen fern und suche im Verdachtsfall zügig eine Tierarztpraxis auf.
So schützt du dich
- Befallene Eichen, Gespinstnester und Raupen weiträumig meiden.
- Gesperrte Bereiche an Spielplätzen, Schulen und Parks respektieren.
- Bei Gartenarbeit in der Nähe von Eichen lange Kleidung tragen und nichts aufwirbeln.
- Kinder und Haustiere fernhalten und nicht selbst Hand anlegen, siehe Bekämpfung.
Häufige Fragen
Wie lange dauern die Beschwerden?
Hautreaktionen klingen meist nach einigen Tagen ab. Bessern sie sich nicht oder verschlimmern sie sich, ist ein Arztbesuch sinnvoll.
Kann ich Beschwerden bekommen, ohne eine Raupe berührt zu haben?
Ja. Die Brennhaare schweben durch die Luft und reichen für Reizungen aus, daher genügt die Nähe zu befallenen Bäumen oder Nestern.
Sind die Falter auch gefährlich?
Nein. Die nachtaktiven Falter im Spätsommer sind harmlos. Das Risiko geht von den Raupen und ihren Brennhaaren aus, auch in alten Nestern.