Der Eichenprozessionsspinner lässt sich an drei Dingen gut erkennen: an den Raupen in Prozession, an den grauen Gespinstnestern an Eichen und an den langen Brennhaaren. Wer die Merkmale kennt, vermeidet unnötigen Kontakt und verwechselt die Art nicht mit harmlosen Ähnlichen.
Die Raupe erkennen
- Farbe: graubraun bis dunkelgrau, mit dunklem Rückenstreifen und samtig behaarter Oberfläche.
- Brennhaare: tausende feine, weißliche Haare, vor allem ab dem dritten Larvenstadium (etwa ab Mai). Sie brechen leicht ab und werden vom Wind verweht.
- Verhalten: die Raupen wandern in langen Reihen hintereinander, dem typischen Gänsemarsch. Daher der Name Prozessionsspinner.
- Wirtsbaum: fast immer an Eichen. An anderen Baumarten ist es mit hoher Wahrscheinlichkeit eine andere Art.
Das Gespinstnest erkennen
- Grau-weiße, beutel- oder polsterartige Gespinste, oft am Stamm oder in Astgabeln.
- Meist in 0,5 bis 4 Metern Höhe, manchmal höher im Kronenbereich.
- Die Nester enthalten Häutungsreste und massenhaft abgebrochene Brennhaare und bleiben über Jahre gefährlich, auch wenn keine Raupen mehr zu sehen sind.
Verwechslung: ähnliche Arten
Nicht jedes Gespinst an einem Baum stammt vom Eichenprozessionsspinner. Diese Arten werden am häufigsten verwechselt:
- Gespinstmotte (Gespinstmotten): feine, helle, fast durchsichtige Gespinste, die ganze Sträucher und kleine Bäume einhüllen, oft an Pfaffenhütchen, Traubenkirsche oder Apfelbaum, nicht an Eichen. Die Raupen sind gelblich mit schwarzen Punkten und haben keine Brennhaare. Völlig harmlos für den Menschen.
- Schwammspinner: Raupen mit auffälligen blauen und roten Warzen, ebenfalls behaart, an verschiedenen Laubbäumen. Kein typisches Prozessionsverhalten, geringeres Gesundheitsrisiko.
- Goldafter: behaarte Raupen mit zwei roten Punkten am Hinterleib, ebenfalls mit reizenden Haaren, aber an Laubgehölzen allgemein und ohne lange Prozessionen am Eichenstamm.
Faustregel: Raupen in Prozession an einer Eiche plus ein graues Gespinstnest am Stamm sprechen klar für den Eichenprozessionsspinner. Im Zweifel Abstand halten und ein Foto aus sicherer Entfernung machen.
Sicher dokumentieren
Für eine Meldung hilft ein scharfes Foto aus mehreren Metern Entfernung, das den Baum, das Nest und nach Möglichkeit die Raupen zeigt. Komme den Tieren dafür nicht nahe und fasse nichts an. Deine Beobachtung kannst du anschließend hier melden.
Häufige Fragen
Wie unterscheide ich Eichenprozessionsspinner und Gespinstmotte?
Die Gespinstmotte hüllt Sträucher in feine, helle Netze ein, sitzt nicht an Eichen und hat keine Brennhaare. Der Eichenprozessionsspinner sitzt an Eichen, bildet kompakte graue Nester und seine Raupen tragen Brennhaare.
Sind alte, leere Nester noch gefährlich?
Ja. In den Nestern sammeln sich abgebrochene Brennhaare, die ihre Reizwirkung über Jahre behalten. Auch leere Nester sollten nicht angefasst werden.
An welchen Bäumen kommt er vor?
Fast ausschließlich an Eichen. Befall an anderen Baumarten deutet meist auf eine Verwechslungsart hin.
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